Warum ein Energieeffizienz-Experte zwingend ist
Anträge auf die Bundesförderung für effiziente Gebäude können nur über Personen gestellt werden, die in der Energieeffizienz-Expertenliste für Bundesförderprogramme geführt sind. Der Experte plant, begleitet und bestätigt die Maßnahme. Seine Fachplanung und Baubegleitung wird mit 50 Prozent gefördert, allerdings nur, wenn er unabhängig ist.
Welche Rolle der Experte hat
Der Energieeffizienz-Experte ist nicht nur eine Formalie. Er stellt die Bestätigung zum Antrag aus, legt bei der systemischen Sanierung die erreichbare Effizienzhaus-Stufe fest und bestätigt nach der Umsetzung die korrekte Ausführung. Damit steht und fällt der Antrag mit seiner Arbeit. Zu finden sind gelistete Experten über die von der Deutschen Energie-Agentur geführte Expertenliste. Diese Bindung an die Liste sichert eine gleichbleibende fachliche Qualität.
Die Förderung der Fachplanung und Baubegleitung
Die Leistungen des Experten sind selbst förderfähig: Fachplanung und Baubegleitung werden mit 50 Prozent bezuschusst. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern sind dafür bis zu 10.000 Euro je Zusage und Kalenderjahr ansetzbar, bei Mehrfamilienhäusern ab drei Wohneinheiten 4.000 Euro je Wohneinheit, höchstens 40.000 Euro je Zusage und Jahr. Die Kosten für den Experten sind damit zur Hälfte gefördert.
- Ein- und Zweifamilienhaus, förderfähig je Jahrbis 10.000 €
- Zuschuss darausbis 5.000 €
- Mehrfamilienhaus, je Wohneinheit4.000 €
- Mehrfamilienhaus, höchstens je Jahr40.000 €
Warum die Unabhängigkeit entscheidet
Die Förderung der Fachplanung und Baubegleitung mit 50 Prozent setzt die Unabhängigkeit des Experten voraus. Fehlt diese Unabhängigkeit, etwa weil eine wirtschaftliche Verbindung zu einem ausführenden Betrieb besteht, ist die Förderung der Fachplanung und Baubegleitung nach Nummer 5.5 der Richtlinie für Einzelmaßnahmen nicht möglich. Eine bestehende Abhängigkeit ist dem Antragsteller vor Vorhabenbeginn mitzuteilen. Das ist keine Nebensache: Es entscheidet darüber, ob die Hälfte der Planungskosten gefördert wird, und es schützt vor Interessenkonflikten bei der Auswahl der Maßnahmen.
Wie man einen gelisteten Experten findet
Maßgeblich ist die Eintragung in der Energie-Effizienz-Experten-Liste für Bundesförderprogramme, die von der Deutschen Energie-Agentur geführt wird. Dort sind die Experten nach Region und Gewerk aufgeführt, sodass sich ein für das eigene Vorhaben passender Fachmann finden lässt. Wir arbeiten bundesweit mit gelisteten Experten zusammen und stimmen die Auswahl auf das Gebäude ab: Ein Mehrfamilienhaus stellt andere Anforderungen als ein Einfamilienhaus, und die systemische Sanierung verlangt mehr Erfahrung als ein einzelner Heizungstausch. Wichtig ist neben der Listung die Unabhängigkeit, denn nur sie sichert die volle Förderung der Baubegleitung und eine an der Sache orientierte Auswahl der Maßnahmen.
Was dabei häufig schiefgeht
Der erste Fehler ist, die Rolle des Experten für verzichtbar zu halten. Ohne ihn gibt es keinen Antrag. Der zweite ist, eine bestehende wirtschaftliche Verbindung nicht offenzulegen, was die Förderung der Baubegleitung ausschließt und dem Antragsteller vor Vorhabenbeginn mitzuteilen ist. Der dritte ist, die Förderfähigkeit der Expertenkosten selbst zu übersehen und den 50-Prozent-Zuschuss auf die Planung liegen zu lassen.
Häufige Fragen
Kann ich den Antrag selbst ohne Experten stellen?
Warum ist die Unabhängigkeit des Experten wichtig?
Weitere Verfahrensthemen stehen in der Cluster-Übersicht Verfahren und Fehler.
Was für Ihr Gebäude erreichbar ist, hängt an Wohneinheiten, Nutzung und Einkommen. Der Rechner zeigt die belastbare Untergrenze, den genauen Betrag ermitteln wir nach Aufteilung der Kosten je Einheit.
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