Individueller Sanierungsfahrplan: Bonus und verdoppelte Kostenbasis
Der individuelle Sanierungsfahrplan, kurz iSFP, ist ein von einem Energieeffizienz-Experten erstelltes Konzept, das die Sanierung eines Gebäudes in sinnvolle Schritte gliedert. Er bringt bei den BEG-Einzelmaßnahmen einen Bonus von 5 Prozentpunkten und verdoppelt die förderfähigen Kosten von 30.000 auf 60.000 Euro je Wohneinheit und Kalenderjahr. Seit dem 21.07.2026 gilt der Bonus allerdings nur noch für den Kostenanteil oberhalb von 30.000 Euro.
Was der iSFP bewirkt
Ohne iSFP fördert das BAFA Einzelmaßnahmen mit 15 Prozent auf bis zu 30.000 Euro je Wohneinheit und Jahr. Mit iSFP steigt der Satz auf bis zu 20 Prozent und die Kostengrenze auf 60.000 Euro. Beide Effekte zusammen machen bei größeren Maßnahmen an Fenstern, Dach oder Fassade schnell mehrere tausend Euro aus. Der Fahrplan ist damit nicht nur eine Beratung, sondern ein Förderhebel.
Die Änderung seit dem 21.07.2026
Die Reform hat den Bonus zielgerichteter gemacht. Er wird jetzt erst ab einem förderfähigen Investitionsvolumen von 30.000 Euro gewährt und nur für den Teil der Kosten, der diese Schwelle übersteigt. Kleine Projekte unter 30.000 Euro erhalten weiterhin 15 Prozent, aber keinen iSFP-Bonus mehr. Für größere Vorhaben bleibt der Vorteil erhalten, für kleine lohnt der Fahrplan allein wegen des Bonus nicht mehr.
- Grundzuschuss 15 % auf 50.000 €7.500 €
- iSFP-Bonus 5 % auf den Anteil über 30.000 €1.000 €
- Ohne iSFP wären nur 30.000 € ansetzbar gewesen4.500 €
- Zuschuss mit iSFP zusammen8.500 €
Der iSFP hebt hier die Kostenbasis über die 30.000-Euro-Grenze und bringt den Bonus auf den oberen Teil. Der Vorteil entsteht, weil die Fassade teurer ist als die alte Grenze zuließ. Bei einem kleinen Projekt unter 30.000 Euro bliebe der Bonus dagegen aus.
Zusammenspiel mit der Heizung
Der iSFP-Bonus wirkt auf die BEG-Einzelmaßnahmen, nicht auf die Heizungsförderung. Die Heizung läuft weiter über die KfW mit ihren eigenen Sätzen, dazu die Seite KfW 458 und BAFA-Einzelmaßnahmen. Wer ohnehin umfassend saniert, sollte den iSFP-Weg gegen die systemische Sanierung nach KfW 261 abwägen.
Wer den iSFP erstellt
Den Sanierungsfahrplan erstellt ein Energieeffizienz-Experte, der in der Expertenliste für Bundesförderprogramme geführt wird. Er nimmt das Gebäude auf und gliedert die sinnvollen Schritte in einer nachvollziehbaren Reihenfolge. Die Beratung selbst wird gefördert, sodass der Eigenanteil für ein Einfamilienhaus überschaubar bleibt. Der eigentliche Wert entsteht aber erst bei der Umsetzung, wenn der Bonus und die höhere Kostengrenze auf die Maßnahmen wirken. Ein Fahrplan, der in der Schublade liegt, bringt nichts, ein Fahrplan, der abgearbeitet wird, kann über die Jahre einen deutlich höheren Zuschuss ermöglichen.
Was dabei häufig schiefgeht
Der erste Fehler ist, den iSFP-Bonus noch für kleine Maßnahmen unter 30.000 Euro einzuplanen, wo er seit der Reform nicht mehr greift. Der zweite ist, den Bonus auf die gesamten Kosten zu rechnen statt nur auf den Anteil über der Schwelle. Der dritte ist, die Reihenfolge zu missachten: Der iSFP muss vor der Umsetzung der Maßnahmen vorliegen, damit Bonus und höhere Kostengrenze greifen.
Häufige Fragen
Wie viel bringt der iSFP-Bonus?
Lohnt sich der Fahrplan noch für kleine Maßnahmen?
Weitere Wege der Kombination stehen in der Cluster-Übersicht Programme kombinieren.
Was für Ihr Gebäude erreichbar ist, hängt an Wohneinheiten, Nutzung und Einkommen. Der Rechner zeigt die belastbare Untergrenze, den genauen Betrag ermitteln wir nach Aufteilung der Kosten je Einheit.
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